06.09.2008 - Idar-Oberstein Bürger zeigten Zivilcourage gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit
Vor dem Mehrgenerationenhaus Idar-Oberstein fand das Cafe Courage statt. Das Stadtjugendwerk der Arbeiterwohlfahrt (AWO)
Idar-Oberstein und die Jusos initiierten das Projekt in der Fußgängerzone. Die beiden linken Jugendverbände errichten
Infostände vor dem Mehrgenerationenhaus und verschenkten an die Bürgerinnen und Bürger Kaffee und Kuchen. Für Kinder gab es
Luftballons und Saft.
An einem großen Informationstisch stellte die AWO-Jugend Infomaterial über die Gefahr des Rechtsextremismus zur Verfügung und
verteilte es zusammen mit den Jusos an die Bevölkerung.
Unterstützt wurden sie dabei durch den AWO-Kreisverband Birkenfeld. Die beiden AWO-Kreisvorstandsmitglieder Sonja Redmer und
Helmut Schreiner halfen bei den Vorbereitungen des Cafe Courages. Genauso wie Anne Sinclair vom Schalomverein, die einige
Materialien über die jüdische Geschichte zur Verfügung stellte, standen sie der Bevölkerung für Gespräche zur Verfügung.
Eva Lorenz, die 2.Vorsitzende des AWO-Stadtjugendwerks bedankte sich sehr bei Helmut Becker. Der 82-jährige Idar-Obersteiner war
im Dritten Reich in ein Jugend-KZ inhaftiert worden und erzählte den interessierten Besuchern des Cafe Courages seine
leidvolle Geschichte.
Die Schirmherrschaft über das Projekt übernahm Landrat Axel Redmer. Redmer hat selbst einige Bücher über Verfolgte des
NS-Regimes im Landkreis Birkenfeld geschrieben und sich als Jugendlicher ebenfalls gegen Fremdenhass und Rechtsextremismus
engagiert. Daher war es für den Landrat eine Selbstverständlichkeit das Projekt Cafe Courage zu unterstützen, als der Vorstand
des AWO-Stadtjugendwerks Idar-Oberstein ihn um seine Mithilfe bat. Landrat Redmer stand freute sich, dass vor allem junge
Menschen Interesse daran zeigte sich beim Cafe Courage über die Gefahren von Fremdenhass und Rechtsextremismus zu informieren.
Die beiden Hauptorganisatoren der Jusos Matthias Schorn und Daniel Jerusalem freute sich sehr darüber, dass
SPD-Landtagsabgeordneter Hans-Jürgen Noss und der Beigeordnete der Stadt Idar-Oberstein Friedrich Marx das Cafe Courage
besuchten. Beide Politiker setzten sich, ebenso wie Landrat Redmer dafür ein, dass rechtsextreme Parteien im Landkreis
Birkenfeld keine funktionsfähigen Strukturen aufbauen konnten. Zusammen mit den SPD-Hauptamtlichen war noch der
SPD-Stadtverbandsvorsitzende Jupp Mähringer mit Vertretern des SPD-Stadtverbandsvorstands und zahlreichen
SPD-Stadtratsmitglieder gekommen. Er unterstrich, dass die SPD die Akteure des Cafe Courages gerne unterstützt.
Der Vorsitzende des AWO-Stadtjugendwerks Marco Loch freute sich über die große Resonanz der Bevölkerung auf das Projekt. "Wir
sind über die Bereitschaft der Idar-Obersteiner Zivilcourage zu zeigen begeistert. Deswegen werden wir auch zukünftig Projekte
mit Kooperationspartnern ins Leben rufen, die das Ziel haben, deutlich zu machen, dass Idar-Oberstein eine weltoffene Stadt
ist, die weder Fremdenfeindlichkeit noch Rechtsextremismus haben möchte." Als nächste Aktion plant die AWO-Jugend
Idar-Oberstein ein Gedenkprojekt am jüdischen Friedhof Idar-Oberstein durchzuführen.
Bilder finden Sie hier:
Veranstaltungen